Der freie Seenbund Sidragho ist kein Land im eigentlichen Sinne - wenn man von den fünf Inselchen absieht, die die eintönige Wasserlandschaft unterbrechen. Wie bekannt ist, lebt das Seevolk angepasst und so ist es nichtverwunderlich, dass auf den Inselwelten kaum Siedlungen oder Häuser zu finden sind. Allenfalls karge Hütten, oft aber nur Höhlen und Spalten, in denen das Seevolk ihr Quartier aufgeschlagen hat. Das trifft aber nur für die Mitglieder des Seevolkes zu, die noch überwiegend am Land leben. Viele haben ihre Heimstatt in geräumigen Grotten unter Wasser, aber auch das Leben auf Schiffen ist sehr beliebt. Mitunter werden viele der von den Sidragho benutzten Schiffe zusammengezogen und es entsteht eine von den restlichen Bewohnern Cammuorias "Schiffstadt" genannte Anordnung. Dort werden dann Feste gefeiert, Versammlungen abgehalten und Handel untereinander getrieben. Meist werden die Schiffstädte nach ein paar Tagen wieder aufgelöst und jeder geht seines Weges.
Obwohl man glauben müsste, das Reich der Sidragho sei landschaftlich eher langweilig - diese Meinung ist falsch. Sichtbar ist die Schönheit dieses Reiches über dem Wasserspiegel durch teils bizarre Felsformationen, die wie Nadeln aus der See stechen. Viele Untiefen gibt es zu beachten und ein unbedarfter Seemann büßt hier schnell sein Schiff ein. Doch auch die Welt unter Wasser ist faszinierend und verblüffend zugleich. Endlose Labyrinthe erstrecken sich unter Wasser, dessen Gänge wie Straßen einer Unterwasserstadt sind. Überall in diesem verwinkelten Geflecht gibt es Grotten und Höhlen, in denen sich eine Familie des Seevolkes niedergelassen hat.
Diese Zufluchten werden aber noch einem anderen Zweck gerecht: Von Zeit zu Zeit herrschen über dem Wasser verheerende Stürme, die Inseln der Sidragho werden dabei von der Sturmflut vollkomen überschwemmt. Um sich zu schützen, müssen die Bewohner, die an Land geblieben sind, die Behausungen derer aufsuchen, die unter Wasser leben. Dies geschieht nicht, weil sie nicht in der Lage wären, selbst in ihren überfluteten Höhlen zu leben, sondern einzig aus dem Grund, dass die aufgewühlten Wassermassen so eine Gewalt entwickeln, dass ein Rückzug in die Wohnhöhle nicht möglich wäre. Unter Wasser hingegen ist so ein Sturm höchstens als leichtes Schaukeln im Wasser zu bemerken.